Die Saison ist eröffnet – zumindest theoretisch. Praktisch verleumdet man jedweden Bekanntschaft zu zu ihr. Gerade dann wenn man beim Laufaufbautraining den Atem von Else und Elsbeth im Nacken spürt…..mehr unter: Kettenreime.de
Die Saison ist eröffnet – zumindest theoretisch. Praktisch verleumdet man jedweden Bekanntschaft zu zu ihr. Gerade dann wenn man beim Laufaufbautraining den Atem von Else und Elsbeth im Nacken spürt…..mehr unter: Kettenreime.de
Bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Jetzt auf Kettenreime.de
Wintertraining für das Knie der Nation. Heißt bei dem Berlin/Brandenburgischen Traumwetter Rollentraining.
Mehr auf www.kettenreime.de
Von den Machern von “2.700m flach bergauf”, “Am Start gestürzt Teil 1 – 7″ und “Sonnenbrand im Windschatten” kommt jetzt der lang erwartete zweite Teil von “Das Knie der Nation” in die deutschen Rennradblogs.
Das Knie der Nation kehrt zurück auf Brandenburgs Straßen. Irgendwann. Zuerst saniert es noch Berlins Orthopäden, Physiotherapeuten und Kernspintomographen. Schließlich hat es ein Herz für unterbezahlte Topverdiener.
Doch dazu später mehr unter neuer Blogadresse: www.kettenreime.de. Anmelden und keinen Meter selbstgewollte Leiden verpassen.
Gott, ich fühle mich wie ein Profi, Am Tag vor der Tour nochmal 60 Kilometer Berge zum Warmfahren. Ich versuche die heimische Konkurrenz zu täuschen und radele nur hinterher. Daniel freut sich schon, dass er mich am Berg weit hinter sich lassen wird. Am nächsten morgen ist dann um 04:00 wecken und um 04:15 Verladen der Räder um zum Start nach Pau zu kommen. Dabei sei erwähnt, dass wir im Wallfahrtsort in Lourdes gewohnt haben. In meinen Erdinger Flaschen war also geweihtes Wasser…
Pünktlich um 07:00 Uhr ist START. Ich stehe im letzten Startblock. Das Material um mich herum muss sich vor dem der Profis zumindest nicht verstecken. Mit Vergnügen stelle ich fest, dass sich das Materialgewicht proportional zum Übergewicht der Fahrer nach unten entwickelt. Um 07:25 gehts los. Ich bleibe an Torben dran. Schnelles Tempo auf den ersten 20 Kilometern. Ich fühle mich wie ein echter Baroudeur. Ständige Attacken. Nach 15 Kilometern sind wir im Startblock E. Ich treffe auf den ersten Bekannten und beschliesse das Tempo vor der ersten Steigung ein wenig zu drosseln und bleibe bei Arndt. Der Col de Marie Blanque wartet. Nach Jens Voigts Aussage, der wahrscheinlich schlimmste Berg der Tour. Nicht lang, aber knackig steil. Jetzt schlägt die Stunde von Arndt. der nur 60 Kilo wiegende Bergfloh verlangt mir am Berg alles ab. Die ersten Fahrer, also Amis und Engländer fangen an zu schieben. Auf der Anfahrt zum zweiten Anstieg verliere ich Arndt. Er sitzt bei Baguette und Kaffee in einer kleinen französischen Kneipe. Zeit zu attackieren. Ich erwische eine Gruppe französischer Triathleten und erfreue mich 30 Kilometer eines sensationellen Windschattens. Immer wenn ich nach vorne soll, verschalte ich mich, hat Schleck schliesslich auch gemacht. Nach dem zweiten Anstieg sind die Franzosen weg. Haben wohl zuviel Kraft bei der Arbeit im Wind verbraucht. Schade, die waren gut. Also auf zum Tourmalet. Es ist bullenheiss. Die Zuschauer laufen, wie bei der Tour de France mit. Nur, dass sie bei uns eher gehen als laufen. Trotzdem füllen sie mir die Flaschen nach. 27 Kilometer Anstieg warten nun.
Das erklärte Ziel Daniel, der weit vor mir gestartet ist, noch einzuholen erscheint mir aufgrund meiner sich nicht mehr gut anfühlenden Beine in weite Ferne gerückt. Ich pedaliere den Col du Tourmalet im Stehen hoch. (Anmerkung d. Redaktion: NIE IM LEBEN!!!!) Im Sitzen schaffe ich die Heldenübersetzung nicht. Der letzte Kilometer hat im Schnitt wieder über 10% und verlangt das letzte. Doch was ist das, 500 Meter vorm Ziel sehe ich Daniel vor mir, Gut dass ich genügend Reserven habe. Raus aus dem Sattel und an Daniel vorbei. Natürlich souverän lächeln und anfeuern. Ich sehen den Zielstrich. Da steht eine Uhr. Wahnsinn, Andy Schleck wird hier in 5:05 Minuten über die Linie gehen. Ich bin nur 5:20 langsamer. Von 10.000 gestarteten Fahrern sind nur 6.888 angekommen. Da wartet meine Medaille. Wo ist das Maillot Jaune? Hab ich zuviel Sonne abbekommen. Ich kann mich nicht erinnern. Ab ins Hotel. Regeneration. Morgen ist ja wieder ne Etappe…
Die Baroudeure sind auf dem Weg nach Frankreich und werden am Sonntag die Königsetape der diesjährigen Tour de France fahren und den Col du Tourmalet erklimmen. Nach einer Woche harter Vorbereitung am heimischen Fernseher, steht die Taktik…nur die Form ist schwammig. Mal sehen, was die Beine sagen, wenn man nach 140km in den Anstieg fährt. Befürchten die Formkurve wird sich umgekehrt proportional zum Streckenprofil entwickeln. Werden aber in jedem Fall vor den Profis oben sein. Die kommen nämlich erst zwei Tage später. Genug Zeit für ein paar Alkoholfreie….in diesem Sinne.
Erste kleine Feierabendausfahrt nach der Tour Transalp. Läuft super. Es ist zwar schon spät aber das macht die Hitze wenigstens erträglich. Die untergehende Sonne brennt trotzdem mörderisch auf die Südrampe des Col du Stadtautobahn als ich das erste Mal aus dem Sattel gehe. Ich fühl mich gut und habe mir vorgenommen den komletten 100m Anstieg aggressiv zu fahren. Die Kondition spielt mit, das Knie auch. Die Locals schauen beeindruckt. Zumindest rede ich mir das ein. Vielleicht überlegen die auch nur, wie bekloppt man wohl sein muß, um sich gelbe Radschuhe zu kaufen. Noch 20m bis zum Gipfel. Hier oben weht gleich ein anderer Wind. Mein Knie fängt an zu meckern…ich setz mich wieder hin und fahr die letzten 8m auf Sicherheit. Hauptsache ankommen. Auf dem Rückweg muß ich schließlich noch die Nordrampe bezwingen. Das unterschätzt man gerne und hat dann keine Körner mehr für den bösartigen 300m langen und mit 2,5 Prozent Steigung gefühlt fast senkrechrechten Schlußanstieg. Deshalb mache ich auf den nächsten 60 Kilometern durch die blühenden Landschaften Brandenburgs keine Experiemente mehr. Fast so schön wie in den Alpen hier. Und fast genau so steil.
Wir haben es geschafft. Und haben zumindest Henning über alle Berge und 20.000 Höhenmeter bekommen. Selbst ich durfte mich auf dem letzten Tag noch mal für Henning in den Wind stellen. Hab allerdings für reichlich Irritationen im Fahrerfeld gesorgt als ich mein Rad auf der Häfte des hässlichen Anstieges aus dem Auto hievte. Fanden nicht alle Mitfahrer lustig. Viele witterten Betrug. Auch der Hinweis, dass man so eine Epo Spritze nicht mitten auf der Straße setzen kann, sorgte nur für verhaltenes Gelächter. Die verstehen aber auch überhaupt keinen Spaß.
Hatten eine super Zeit in den Bergen und haben uns vorgenommen noch einmal anzutreten. Dann mit heilen Knien, einem Tick mehr Training und einer optimierten Internetanbindung. Es ist anstrengend, wenn auf die Frage nach W-Lan – die Gegenfrage lautet: “Mit Milch und Zucker?”